Mediation in Familien mit Erkrankungen

" Hallo Bernd, ich bins, Thomas. Wir müssen uns treffen. Der Gesundheitszustand von Mutter verschlechtert sich. Die Ärzte fragen nach einer Patientenverfügung. Weißt Du, ob Mutter eine solche verfasst hat?
Was heißt, Du hast keine Zeit? Ich brauche aber Deine Unterstützung! Diese Verantwortung kann ich nicht alleine tragen!"

So oder so ähnlich kommt es in vielen Familien vor, wenn ein Elternteil pflegebedürftig oder dement wird. Hilflosigkeit macht sich breit. Überforderung und alte innerfamiliäre Konflikte werden sichtbar.

Mediation hilft ....

  • kontroverse Sichtweisen / Missverständnisse aufzudecken

  • Bedürfnisse aller Familienmitglieder als gleichwertig anzusehen

  • Tabuthemen anzusprechen

  • Lösungsoptionen zu finden, die von allen Beteiligten mitgetragen werden

  • Regelungen zur Organisation und Umgang mit dem/der Erkrankten zu treffen

  • Zeit und eigene Ressourcen für den/die Betroffene/n einzusetzen

  • bei Entscheidungsfindung der Familienmitglieder für die/den Betroffenen, wenn keine Regelung vorhanden

Bedeutung für die Angehörigen

Wird eine Erkrankung eines Familienmitgliedes diagnostiziert, sind die Angehörigen nicht nur ihrer Angst ausgeliefert, sondern es tauchen in diesem Zusammenhang direkt zahlreiche Fragen auf, die geklärt werden müssen. Es tritt sehr häufig ein Aktionismus auf, der augenscheinlich von hoher Bedeutung ist und die Auseinandersetzung mit der Erkrankung und dem/der Betroffenen in den Hintergrund drängt. Gleichwohl steht der eigentliche Punkt - Umgang mit der Erkrankung und Integration derselben in den normalen Alltag - ungeklärt im Raum.
Die Bedürfnisse jedes Einzelnen werden zudem gleichzeitig verleugnet.

Bedeutung für die/den Erkrankte/n

Jeder kennt die Situation: Wenn man krank ist, fühlt man sich schlecht. Aber das Wissen, wieder gesund zu werden, hilft einem schnell auf die Beine.
Anders jedoch, wenn man erfährt, dass man eine Erkrankung (z.B. Demenz o. ä.) hat, die das bisherige Leben auf den Kopf stellt. Jeder geht mit einer solchen Erfahrung anders um. Aber allen gemeinsam ist die Angst vor dem Unbekannten. Die/Der Erkrankte möchte in ihrem/seinen Schicksal und seinen Bedürfnissen wahrgenommen werden. Gleichzeitig sollen die Angehörigen nicht belastet werden. Schweigen oder Aggression sind mögliche Verhaltensweisen, die nunmehr bei den Betroffenen auftreten. Für die Angehörigen ein "scheinbar" schier unüberwindbares Problem.

Klassische Konfliktthemen

  • Durch die Erkrankung treten Partnerschaftskonflikte auf. Wieviel kann der betreuende Partner an Unterstützung tragen, was muss er an eigener Fürsorge unternehmen.

  • Andere Geschwister müssen gleichberechtigt wahrgenommen und versorgt werden, auch wenn ein weiteres Kind durch die Erkrankung existenziell bedroht ist.

  • Tabuthemen aus der gemeinsamer Kindheit tauchen auf wie Gerechtigkeit, Fairness, Verstehen .....

  • Geschwister müssen eine einvernehmliche Lösung für ein an erkranktes Elternteil finden.

  • Aufdeckung kontroverse Sichtweisen, die zu Konflikten oder Entfremdung führen können.

  • u.v.m.

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